Unsauberkeit bei Katzen

Ein häufiges Problem: Die Katze uriniert nicht da, wo sie soll!

Mal sind es die Kissen auf dem Sofa, dass Bett der Menschen, ein Teppich oder der Urin wird in die Ecke eines Raumes oder gegen die Wand gespritzt. Das tägliche Reinigen und die wiederkehrenden Pfützen können ganz schön an den Nerven der Besitzer zerren. Sich mit der Unsauberkeit der Katze zu beschäftigen ist wirklich wichtig! Denn dies ist einer der häufigsten Gründe für die Abgabe von Katzen in Tierheime, manchmal versteckt formuliert. Und in anderen Ländern, ich erlebte es selbst bei einem Praktikum, werden manche gesunde Tiere sogar eingeschläfert, wenn der Tierhalter dieses Verhalten nicht akzeptiert. Der Leidensdruck beim Menschen ist immens und überträgt sich meist auf das Tier. 

 

Dabei müssen wir uns eins klar machen, unsere Katze tut dies meist aus einem für sie logischem Grund. Betrachtet man manche Ursachen für Unsauberkeit, erkennt man dahinter normales Katzenverhalten. Lediglich die Bedürfnisse des Tieres sind nicht erfüllt. Ebenso geht es dem Menschen und so kollidieren die Bedürfnisse von Katze und Halter. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, braucht es manchmal das Feingespür wie ein Detektiv und die Sicht aus dem Blickwinkel des Tieres. 

 

Zunächst einmal gilt es zu klären, ob es sich bei dem Verhalten um Unsauberkeit oder Harnmarkieren handelt oder ob andere Ursachen in Frage kommen.

 

Ein Überblick der häufigsten Gründe für Urinabsatz außerhalb der Katzentoilette:

  • Unsauberkeit
  • Harnmarkieren
  • medizinische Ursachen
    • Harnwegsinfekt
    • Schmerzen
    • Inkontinenz
    • reduziertes Allgemeinbefinden
  • Haltungsform
  • Ort der Toilette
  • Sozialgefüge
    • sozialer Stress
  • Stress allgemein
  • Aversion bzw. negative Erfahrungen
  • besondere Ereignisse in der Vergangenheit
  • nie gelernt auf die Katzentoilette zu gehen
    • Deprivation
    • Übernahme aus schlechten Haltungen
  • in Zusammenhang mit anderen Verhaltensproblemen
    • Angstprobleme
    • Hyperaktivität
  • kognitive Dysfunktionen
    • geistige Behinderung
    • Demenz

 

Schaut man sich den Unterschied zwischen Unsauberkeit und Harnmarkieren näher an, so wird deutlich, dass letzteres eigentlich zum Normalverhalten der Katze gehört, jedoch für den Menschen unangenehm ist. Manchmal ist es ganz deutlich, manchmal etwas versteckter, um welche der beiden Formen es sich handelt.

 

Unsauberkeit:

  • Toilette wird nie genutzt
  • es wird neben die Toilette uriniert
  • über den Rand urinieren
  • meist Zuscharren
  • Haltung meist hockend
  • Urin erscheint normal

Harnmarkieren:

  • Toilette wird benutzt
  • zusätzliches Harnmarkieren außerhalb der Toilette
  • typische Stellen an Möbeln, Wänden, Objekten
  • meist an vertikalen Flächen
  • Geruchskontrolle
  • oder einfach Weggehen
  • meistens mit gestreckten Hinterbeinen
  • manchmal trippelnd
  • Schwanz im Stehen senkrecht hochhaltend
  • Schwanz im Sitzen meist zitternd
  • Urin eher trüb und scharf riechend

 

Was kann man tun?

Wie kann man die Bedürfnisse von Katze und Halter auf einen Nenner bringen, so dass ein harmonisches Zusammensein ohne lästiges Putzen und unangenehme Raumdüfte möglich wird?

Findet man die Ursache und gibt es Möglichkeiten, diese angemessen zu beheben, dann sind die Erfolgschancen in der Regel gut. Manchmal ist es allerdings so, wenn keine ausreichende Bereitschaft für katengerechte Anpassungen besteht, dass das Problem weiter besteht oder sich plötzlich an anderen Orten zeigt. Herausfordernd kann es werden, wenn das Verhalten über lange Zeit besteht und sich zum normalen Verhaltensrepertoir im Gehirn der Katze verankert hat. Auch wenn andere Verhaltensprobleme, geistige Einschränkungen wie Demenz oder körperliche Beschwerden vorliegen, kann es Zeit und Geduld und auch Akzeptanz brauchen. Dann heißt es kreativ und geduldig sein und sich Stück für Stück an vertretbare Lösungen herantasten. Manch eine Katze zeigt hingegen bereits durch kleine Veränderungen wieder ein problemloses Benutzen der Katzentoilette.

 

Wichtig zu wissen ist auch, dass die Harnblase quasi das Stressorgan der Katze ist. Somit lohnt es sich immer, für Halter und Katze, Ruheorte und -zeiten im Alltag einzubauen. Dies kommt allen zusammenlebenden Wesen zu Gute.