Sprechstunde für 

Tiere mit Ängsten und Übererregbarkeit

Dr. Dr. Carolin Ruckert

freiberufliche Tierärztin

Schwerpunkt Verhaltenstherapie für Kleintiere

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Überweisungsformular Tierärzte
Wichtig: Bitte ZUSÄTZLICH den FRAGEBOGEN TIERHALTER HUND oder KATZE ausfüllen lassen!
Wenn Sie das Formular am PC ausfüllen, nach dem Öffnen zweimal auf TROTZDEM BEARBEITEN klicken und die grauen Kästchen ausfüllen.
Dann per Post oder e-mail zusenden.
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Fragebogen Tierhalter Hund
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Fragebogen Tierhalter Katze
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für wen?

Hunden und Katzen, die an Ängsten und Übererregbarkeit leiden und aufgrund dessen Verhaltensauffälligkeiten zeigen

 

SPRECHZEITEN:

Hausbesuche

Vor- & Nachgespräche

Online-Beratung

 

Montag und Dienstag 9-13 Uhr

 

- eine Online-Beratung (per Zoom) ist in Ausnahmefällen möglich, allerdings ersetzt dies in keiner Weise einen Hausbesuch oder eine tierärztliche Untersuchung und kann nur ergänzend und aus dringenden Gründen erfolgen

 

ORT:

- als Hausbesuch vor Ort bei dem jeweiligen Tier

D-56077 Koblenz und Umgebung bis ca. 30 Minuten Fahrtzeit

 

ABLAUF:

Ausfüllen des Fragebogens und weiterer Daten und Zusendung per mail oder Post

Vorgespräch (telefonisch/online)

Hausbesuch (Dauer ca. 1 1/2 h)

Nachgespräch (telefonisch/online)

Folgetermine (falls erforderlich): meist kürzer als Ersttermin, als Hausbesuch,  telefonisch oder online, Abstände und Frequenz ergeben sich meist individuell je nach Fragestellung

     

KONTAKT:

Bitte vorher an das Ausfüllen und Zusenden des Fragebogens denken!

Terminvereinbarung über das Kontaktformular,

telefonisch 0176-74784543 (Mailbox, ich melde mich zeitnah zurück)

oder an kontakt@vetmed-ruckert.de

 

WIE ÄUSSERN SICH ÄNGSTE UND ÜBERERREGBARKEIT

Wie auch beim Menschen, gibt es Hunde oder Katzen, die sich schnell aufregen. Übererregbare Hunde oder Katzen zeigen eine ständige Unruhe, eine übertriebene Wachsamkeit und kommen nur selten wirklich in einen entspannten Zustand. In bestimmten Situationen oder generalisiert kommt es zu überschießenden Reaktionen wie Angst, Aggression oder Übersprungshandlungen. Ein Hund, welcher übertrieben reagiert, scheint sich regelrecht aufzubauschen. Wenn er sich freut, dann zeigt er nicht nur muntere Erregung, sondern regelrecht übertrieben alberne Ausgelassenheit. Manchmal lachen wir darüber, aber tatsächlich kann dahinter Stress stecken. Ein übererregbarer Hund zeigt sich nicht einfach ärgerlich, wenn er etwas nicht mag. Er wird rasend. Und ein ängstliches Tier erschrickt nicht einfach in einer plötzlich ungewohnten Situation, es reagiert völlig entsetzt, auch wenn eigentlich nichts besonderes passiert. Manchmal zeigen sich auch paradoxe Reaktionen, die irgendwie nicht zu der Situation passen. Beispielsweise dreht sich der Hund plötzlich weg und sucht nach Futter oder starrt in eine Richtung. Ein Zeichen von Übererregung ist Hyperaktivität. Die Tiere kommen nicht zur Ruhe, laufen unruhig umher, jaulen, winseln und zerstören manchmal Gegenständen. Auch übermäßige Ungeduld kann ein Zeichen für Übererregbarkeit sein, da die innere Spannung nicht ausgehalten wird und sich in wilder Hektik ausdrückt. Eine Katzen zeigt dies womöglich, indem sie ständig aufschreckt und wegläuft, Dinge jagt, etwas mit geweiteten Augen zu sehen scheint, was aber gar nicht da ist. Oder eine Katze verkriecht sich dauerhaft. Auch Unsauberkeit oder vermehrtes Harnmarkieren kann ein Zeichen für dauerhaften Stress und Übererregbarkeit sein. Überängstliche und überempfindliche Katzen werden manchmal gegenüber Menschen oder anderen Katzen aggressiv und attackieren plötzlich und unerwartet. Wenn Tiere aufgrund von übersteigerten Ängsten oder Überregung ihren Stress nicht erfolgreich verarbeiten können und die belastende Situation langandauernd ist, kann es auch zur Resignation kommen. Hunde und Katzen zeigen sich dann depressiv, lustlos, träge, starr und emotionslos. Manchmal erscheinen solche Tiere aber auch besonders brav, weil sie alles mit sich machen lassen. Er braucht Feingefühl, um zu erkennen, ob es sich dabei um erlernte Hilflosigkeit und somit ein Aufgeben handelt. Dann müssen wir handeln und den Tieren helfen, denn Dauerstress und Hilflosigkeit führen zu emotionalem Leid, welches sogar in vermehrter Neigung zu Krankheiten führen kann. Andererseits können auch chronische körperliche Erkrankungen ein Tier stressen. Es ist unsere Aufgabe als Tierhalter und Tierärzte dieses Leid zu erkennen und herauszufinden, wie wir dem Tier, und oft dadurch auch dem Menschen, helfen können.

 

Was kommt als Ursache in Frage?

Die Ursachen für Übererregbarkeit können verscheiden sein. Eine gewisse Veranlagung kann erblich sein oder eine individuelle Charaktereigenschaft. Oftmals steckt allerdings mehr dahinter. Allen voran vermehrter Stress! Aber was sind die Ursachen von Stress? Im Grunde handelt es sich um eine allgemeine Anpassungsreaktion auf einen Reiz. Wird dies erfolgreich bewältigt, tritt sogar ein Wohlfühlgefühl auf und die Tiere gehen selbstbewusst und entspannt aus der Situation heraus. Wenn aber ein Reiz eintritt, der eine Alarmbereitschaft auslöst und so eine Reaktion wie Flucht, Angriff bzw. Bewältigung der Aufgabe zur Folge hätte, dies aber nicht zur Lösung des Problems führt, dann entsteht weiterer Stress. Man unterscheidet auch, ob es eine einmalige Stressreaktion ist, vielleicht eine bestimmte Situation oder ein Ort, welcher zum Problem wird oder ob eine dauerhafte stressvolle Belastung vorliegt. Je seltener die "Aufgabe" bzw. "Herausforderung" vom Tier gelöst werden kann, also wenn aktive Handlungen oder aus der Situation Gehen keine Erleichterung bringen, dann entsteht eine erhöhte Alarmbereitschaft. Der Reiz wird zunehmend bedrohlicher wahrgenommen und alle Sinne hochgefahren, damit vielleicht doch irgendwann eine Lösung gefunden wird. Nur irgendwann kommt es so zu unangemessenen Reaktionen. Oder das Tier ist durch Dauerstress in einer so hohen "Erregungsschleife" gefangen, dass jeder kleinste Reiz erneut Stress auslöst, was das ganz noch befeuert und verschlimmert. 

 

 

Über meine Arbeitsweise

Wie kommt man aus dieser ungesunden Erregungsschleife wieder heraus? Wie kann man mit Hunden oder Katzen, die zu Hyperarousal neigen, umgehen? Zunächst ist einmal festzuhalten, dass wir uns Tieren, die unter Überregbarkeit leiden, annehmen sollten. Denn eine vermehrte Erregbarkeit bedeutet Dauerstress und dies lässt das Tier irgendwann leiden. Als Halter oder Betreuer eines Tieres steht es in unserer Verantwortung, unnötiges Leid bei Tieren zu vermeiden. Was kann man tun, um aus diesem Kreislauf herauszukommen?

 

Folgende Bedürfnisse wollen erfühlt werden:

  • Das Nervensystem möchte sich erholen
  • Manche Situationen wollen gemeistert werden
  • eine Neubewertung von Orten, Objekten oder Geräuschen ist notwendig

Aber auch körperliche Ursachen sollten geklärt werden. Am häufigsten kommen in Frage:

  • Schmerzen!
  • Hormondysbalancen (zu viel oder zu wenig Testosteron, Schilddrüsenunter- oder überfunktion)
  • möglicherweise auch manche Formen von Epilepsie
  • Parasitenbefall (Flöhe, Milben) nicht zu vergessen!

Somit schaue ich als Tierärztin auf das gesamte Tier, seine körperlichen wie seine emotionalen Zeichen und Bedürfnisse. Eine allgemeine körperliche Untersuchung, gegebenenfalls der Rat zur weiteren Diagnostik, das Einfühlen in das Tier, sein psychisches Ausdrucksverhalten sowie Umgebung und auch der Tierhalter selbst werden in die Behandlung einbezogen. Je nach Fragestellung und Auffälligkeiten übe ich mit Tierhalter und Tier eine bestimmte Situation, verändere Haltungsbedingungen oder aber, und das ist ein umfassendes Arbeitsgebiet, leite den Tierhalter an, sein Tier noch feiner zu verstehen und ihm zu helfen, mit Stress umzugehen und das Nervensystem zu beruhigen. Unter anderem nutze ich hierfür Elemente aus dem Bereich Achtsamkeit und Meditation, worauf die Tiere sehr fein reagieren und was auf Dauer zum Umlernen und Beruhigen führen kann.

 

Sonderfall Deprivation bei Welpen

Nicht zuletzt gibt es noch den Sonderfall des Deprivationssyndrom, welches in einer Übererregbarkeit münden kann. Hunde und Katzen, die in ihrer ganz frühen Welpenzeit unter sterilen oder beengten Bedingungen lebten und kein oder kaum Kontakt zu anderen Tieren, Menschen und neuen Situationen hatten, sind im späteren Leben damit überfordert. Insbesondere Tiere aus dubiosen Zuchten, illegalem Welpenhandel, Animalhoarding oder aus verwahrlosten Tierschutzsituationen können diese Art "seelische" Verkümmerung zeigen. Hier braucht es sehr viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl, um die Tiere an einen "normalen" Alltag zu gewöhnen. Denn sie müssen alles wie ein kleiner Welpe neu kennen lernen und sind dabei oft völlig überfordert, da die Reize zu viel, zu schnell das Nervensystem überfordern. Die Folge ist massiver Stress. Diese Tiere brauchen immer wieder Ruhezonen und Erholungspausen. Manche Tiere, die in der so sensiblen Welpenzeit unter deprivierten Verhältnissen aufwuchsen, können möglicherweise nie ein "ganz normales" Hunde- oder Katzendasein führen, da das Gehirn nur ein gewisses Fenster für diese Lernphase hat. Es ist also tatsächlich ein körperlicher Schaden hierdurch entstanden. Allerdings können die meisten Tiere, wenn sie ein angemessenes Zuhause gefunden haben und der Tierhalter um die Besonderheiten weiß, ein erfülltes und zufriedenes Leben führen. Ein Hund oder eine Katze muss ja auch nicht immer "normal" sein, um zufrieden zu sein. Zufriedenheit entsteht durch so viel mehr. Durch Geduld, Geborgenheit, Erholung, Umlernen, Ausschluss oder Therapie organischer Ursachen oder Änderung des Umfeldes kommt irgendwann auch ein übererregtes Tier zur Ruhe und kann entspannt und auch freudvoll das Leben genießen. 

 

Hinweis:

Die Sprechstunde erfolgt im Rahmen meiner freiberuflichen tierärztlichen Tätigkeit
Schwerpunkt sind Ängste und Übererregbarkeit bei Hunden und Katzen, weshalb auch nur dies Inhalt eines Hausbesuchs ist. Sollten sich Hinweise auf weitere notwendige tiermedizinische Behandlungen oder Diagnostik ergeben, die ich nicht durch meine freiberufliche Tätigkeit abdecken kann, verweise ich an Ihren Haustierarzt oder an andere Praxen oder Kliniken. Sind ihre Tiere bereits in tiermedizinischer Betreuung bei einem anderen Tierarzt, so ist eine Kooperation mit diesem sinnvoll und immer anzustreben. 
Notdienstregelung: Für meinen festen Kundenstamm bin ich tagsüber erreichbar per Email oder telefonisch (Mailbox). Ich melde mich zeitnah zurück. In dringenden Notfällen, die eine unmittelbare tiermedizinische Versorgung erfordern, wenden Sie sich bitte an das Kleintierzentrum Neuwied, Rasselsteiner Strasse 107, 56564 Neuwied, Telefon 02631-978978, mail@tierklinik-neuwied.de

 

 

Preise:

- Preise richten sich nach der GOT (Gebührenordnung für Tierärzte), nähere Infos gibt es hier.

- alle Preise zzgl. 19 % MwSt

- Gerne erläutere ich in einem persönlichen Gespräch im Vorhinein, wie sich die Leistungen im Einzelnen zusammen setzten, um eine ungefähre Vorstellung des Preisrahmens zu erhalten. 

 

- Beispiel eines Ersttermin zur Orientierung:

  • Auswertung des Fragebogens 25,65 Euro
  • Vorgespräch telefonisch z.B. 30 Min. (Beratung plus Zeit je 15 Min.) 7,04 Euro + 32 Euro
  • Hausbesuch von ca. 1 1/2 h Zeit, eingehender Anamnese, Beratung und Zeitfaktor 19,24 Euro + 96 Euro
  • telefonisches Nachgespräch z.B. 30 Min. (Beinhaltet Beratung plus Zeit je 15 Minuten) 7,04 Euro + 32 Euro
  • Endpreis bei diesem Beispiel wäre Netto ca. 218 Euro
  • zzgl. Wegegeld 
  • zzgl. 19 % MwSt

Online-Beratungen

  • erfolgen per Zoom-Meeting
  • NUR nach vorherigem Zusenden des Fragebogens!
  • Berechnung: Auswertung des Fragebogens 25,65 Euro + Beratung plus Zeit 15 Min jeweils 16 Euro

 

- Nähere Erläuterungen zu den zugrundeliegenden GOT-Ziffern:

  • Hinweis: Umstände wie besonderer Aufwand, Wochenendtermine oder ähnliches machen eine Berechnung über den 1 fachen Satz notwendig. Siehe auch hier.
  • GOT 11: Eingehende Anamneseerhebung und Beratung 19,24 Euro (1 facher Satz)
  • GOT 103: Einfache Gutachten 25,65 Euro (1 facher Satz)
  • GOT Z: Zeitgebühr je 15 Minuten 16 Euro (1 facher Satz)
  • GOT §9(2)Nr.1: Wegegeld bei Tag mindestens 8,60 Euro, bei längeren Fahrten (Hinweis: alles außerhalb der Koblenzer Innenstadt) 0,30 Euro pro Kilometer
  • GOT 10: Beratung im Einzelfall ohne Untersuchung (Hinweis: Telefongespräche, wobei hier noch der Zeitfaktor je 15 Min. hinzukommt) 7,04 Euro (1 facher Satz)
  • sonstige anfallende Untersuchungen/Diagnostik/Medikamente/ect. siehe ausführliche Erläuterungen GOT